Der Großmeister (Umbau einer Germania-Figur)

Mai 4, 2008

Da ich kein typischer Aufstellfigurensammler bin, sondern mich eher als Modellbauer, mit ausgeprägtem Hand zur Aufstellfigur, bezeichnen möchte, kann ein Umbau bei mir auch schon mal über den einer einfachen Aufstellfigur hinausgehen. Mit etwas Liebe zum Detail lassen sich auch z.B. Elastolin-Figuren in sehr ansprechende und historisch korrekte Modelle verwandeln. Wobei ich das „historisch Korrekt“ hier nicht so überbewerten möchte. Nichts ist mir so ein Graus, wie der typische „Knöpfchenzahler“.
Nun aber zum Umbau. Als Basis für diese Figur diente ein Ritter aus dem Germania-Programm. Weiter fanden hier die Arme der Johanniter-Figur und der Kopf des Großmeisters aus meiner eigenen kleinen Zinndoctor-Kollektion Verwendung.

Von der Germania-Figur fand lediglich der Torso Verwendung, Arme und der Kopf wurden entfernt und der Grabbelkiste zugeführt. Ebenso wurde der Wappenrock umfangreich überarbeitet. Der leider in den Wappenrock hineinmodellierte Adler musste aufwendig weg geschliffen werden, da dieses Detail sonst bei der späteren Bemalung gestört hatte. Danach mussten die Falten teilweise nachmodelliert und im Detail überarbeitet werden. Die Arme wurden mit Hilfe von kleinen Messingstiften im Torso verankert, positioniert und verklebt, sowie ein weiterer Stift zur Verankerung der Figur auf dem Sockel in den linken Fuß eingesetzt. Danach erfolgte auch hier das Verspachteln der Übergänge und anpassen an den Torso. Zum Schluss wurde der Helm aufgesetzt und der Schild angepasst. Zuerst hatte ich vor, den Germania-Schild unverändert zu übernehme. Da er mir dann aber doch etwas zu Kantig erschien, habe ich mich während der Umbauphase dazu entschieden einen Schild aus meinem eigenen Lieferprogramm zu nehmen. Die Riemen auf der Innenseite des Schildes wurden aus Zinnfolie erstellt.
Die verwendete Schwertscheide stammt vom Germania Ritter, hier wurde lediglich vom beiliegenden Originalteil der Schwertgriff entfernt.

Nach den beschriebenen Arbeiten erfolgte eine dünne Grundierung mittels Sprühdose. Nach der Grundiert treten die letzten kleinen Unebenheiten besser hervor und können nochmals abschließend Überarbeitet werden. Nun konnte die Bemalung erfolgen.

Vorher wendete ich mich aber der Sockelgestaltung zu. Der Sockel sollte einen möglichst realistischen Eindruck machen und ein unfreundliches Umfeld darstellen. Ein Schlachtfeld, irgendwo im Osten, im Frühjahr, der letzte Schnee ist noch im abtauen begriffen. Das Feld ist nass und umgestürzte, tote Bäume behindern das Vorankommen. Hier halfen mir die sehr guten Materialien von Exklusiv-Miniaturen weiter, sowie einige kleine Aststücke aus dem eigenen Garten. Der Schnee wurde mit der Kunstschneemischung von Andrea-Miniaturen erstellt. Danach würde das Gelände noch mit einigen kleinen Farbtupfen akzentuiert.

Die Bemalung erfolgte in folgenden Schritten. Als ersten würden die Bereiche der Kettenrüstung und des Helmes mit Schwarz grundiert.
Danach erfolgte ein Trockenmalen der Rüstungsteile mit „chain mail“ von Games Workshop.
Einzelne Lichter wurden mit „mithril silver“, ebenfalls vom GW, gesetzt.

Nach dem bemalen der Metallflächen ging es an den Wappenrock. Hier diente mir eine Figur aus dem Programm der Fa. Pegaso, ein Deutschordensritter zu Pferd, als Vorbild. Diese Figur zeigt das heraldische Muster auf Schild und Satteldecke, welches ich hier für meine Figur für Wappenrock und Schild übernommen habe.

Unabhängig von der historischen Korrektheit reizte mich hier einfach das Zusammenspiel der Farben. Rot und weiß stehen in schönem Kontrast mit den Details der Wappenzeichen in gelb und schwarz.

Die Figur wurde zum Schluss noch mit leichten „Washings“ verschmutz. Schließlich befindet sich unser Ritter ja auf einem Feldzug und hat schon die eine oder andere Feindberührung hinter sich.

Nach Beendigung aller Malarbeiten würde die Figur auf den bereits vorbereiteten Sockel gesetzt und noch einige kleine Details am Sockel angebracht. Zum Schluß wurde mittels klaren Gießharzes des nasse, schlammige Untergrund vervollständigt.