Dieser relativ einfache Umbau ist unter Verwendung von Teilen drei unterschiedlicher Elastolinfiguren entstanden. Die entsprechenden Rohlinge gibt es unter www.questmark.de
Der Torso der Figur stammt vom Normannen 8838, der Schildarm wurde von der Figur 8839 entliehen, Kopf und Schild stammen vom Wikinger 8502.

Als erstes wurden die benötigten Teile sauber vom Rest der entsprechenden Figur getrennt. Dieses geht bei dem weichen Material der Elastolinfiguren am besten mit einem scharfen aber stabilen Skalpell oder Bastelmesser.
Danach wurden die Teile von allen Gussgraten befreit, der Zinnfigurensammler/-bemaler spricht hier vom „verputzen“.
Ich persönlich empfehle, die Einzelteile vor dem Kleben zu verputzen, da man dann sauberer arbeiten kann.
Den Arm auf dem Schild habe ich mit Linoleumschneidern entfernt. Auch hier ist der weiche Kunststoff, den Preiser verwendet, wieder von Vorteil. Aber Vorsicht, die Finger können trotzdem schnell leiden. Eine feste Unterlage ist sehr wichtig, ebenso gutes Werkzeug. Von den einfachen Linoleumschneidern aus dem Bastelbedarf möchte hier ausdrücklich abraten. Man kann das Ganze natürlich auch mit einem Proxxon wegschleifen, aber ich finde, das macht einfach zuviel „Schweinkram“. Die Holzstruktur im Innern des Schildes wurde ebenfalls mit einem Linoleumschneider nachgeschnitten.

Auf der Abbildung mit den fertig bearbeiteten Teilen ist auch die Unterseite des Sockels zu sehen. Ordnungsgemäß „entwertet“, sprich der Elastolin Schriftzug wurde entfernt, um den ewigen Diskussionen in den verschiedenen Aufstellfiguren-Foren zu entgehen. Ehrlich gesagt, bin ich zwar der Meinung, dass jemand, der einen Umbau nicht von einem Original unterscheiden kann, lieber keine Aufstellfiguren sammeln sollte, aber was soll´s; so sind wenigstens die Gemüter beruhigt. Aber zurück zu unserem kleinen Umbau.
Nach den beschrieben Vorarbeiten wurden die Teile mit Sekundenkleber entsprechend positioniert und verklebt. Einige kleine Korrekturen noch (Stellung der Hände etc.), schon steht das Rohmodell.
Jetzt ist der Zeitpunkt für Magic-Sculp gekommen, meiner Lieblings Modelliermasse. Alle Übergange wurden damit verschlossen, die Armausschnitte am Wams nachmodelliert, Haare und Bart etwas korrigiert sowie der Sockel etwas ansprechender gestaltet. Ferner habe ich noch eine kleine Gürteltasche aus meinem Fundus ergänzend an den Gürtel geklebt.
Mit Zinnfolie wurde der Helmrand ergänzt. Die kleinen Nieten wurden mit einem 1mm Locheisen aus Zinnfolie ausgestanzt und aufgeklebt. Die Gürtelschlaufe wurde auch aus Zinnfolie ergänzt. Die kleine Gürtelschließe entstand dann wieder aus Magic-Sculp. Zusätzlich habe ich auch noch den Lederschutz am rechten Handgelenk durch eine Wicklung aus einem dünnen Streifen Zinnfolie ausgetauscht.


Nach diesen Arbeiten wurde die ganze Figur für die Bemalung mit Acrylgrundierung „geprimert“. Dieses hat nicht nur den Vorteil, dass man eine schöne Oberfläche für die Bemalung erhält, sondern dass man nach dem grundieren auch noch eventuelle Verarbeitungsfehler, die bei der folgenden Bemalung eventuell stören könnten, besser erkennen und somit auch beseitigen kann. Kleiner Tipp: Bevor man die Figur grundiert, sollte man diese mit warmen Wasser und etwas Spülmittel entfetten. Danach gut trocknen lassen. Das Ganze hat den Vorteil, dass man Hand- und Hautfett sowie Staubreste von den Umbauarbeiten entfernt und die Grundierung besser haften kann.
Nun folgt die Bemalung mit Acrylfarben.
Die Bemalung und die Beschreibung dazu habe ich extra so gehalten, dass auch Einsteiger in unser Hobby damit hoffentlich etwas anfangen können. Beschreibungen von aufwändigen Bemalungen in entsprechenden Fachzeitschriften gibt es ja schon genug. Schwerpunkt lag hierbei, mit einfachen Mittel eine effektvolle Bemalung zu erreichen. Eben passend zu einer Aufstellfigur. Wem der Text zu langatmig und langweilig ist, der kann sich ja auch einfach nur die Bilder anschauen.
-Metallteile:
Als erstes malte ich in diesem Fall die Metallteile. Da diese „trocken“ gemalt werden sollten, und dieses später bei einer bereits durchgemalten Figur schwierig werden kann.
Anfänglich wurden alle Metallflächen schwarz grundiert. Die verwendeten Metallfarben sind von Games Workshop: Chainmail 61-56 und Mithril Silver 61-55. Als erstes wurden alle Metallflächen mit Chainmail „trockengemalt“, danach erfolgte ein vorsichtigeres Trockenmalen mit Mithril Silver gemischt mit Chainmail (ca. 50:50). Einige Lichter wurden dann noch mit Mithril Siver separat gemalt. Anschließend wurden die Nieten am Helm und der Helmrand noch mal leicht mit stark verdünntem Schwarz unterlegt. Schwertgriff und Gürtelschließe folgten später.
Trockenmalen: Als Trockenmalen bezeichnet man das Wischen über eine zu bemalende Fläche mit einem Pinsel, der nur noch sehr wenig, fast trockene Farbe enthält. Dieses erreicht man. Indem man den Pinsel in die Farbe taucht und ihn dann auf einem sauberen Stück Papier so lange abstreicht, bis fast keine Farbe mehr auf dem Papier hängen bleibt. Nun wischt man vorsichtig über die entsprechende Fläche an der Figur. Den Farbauftrag kann man durch die Intensität des Druckes, den man auf den Pinsel gibt, bestimmen. Etwas Übung macht auch hier den Meister.
-Hautpartien:
Auch hier wieder wenig Aufwand. Die verwendeten Farben sind aus der Kreul Hobbyline. Elfenbein matt 57, Dunkelbraun matt 09, Rehbraun matt 36 und etwas Russischgrün matt 31 zum Abtönen.
Als erstes habe ich den entsprechenden Grundton mit ca. 2/3 Dunkelbraun und 1/3 Rehbraun angemischt. Um die Farbe etwas zu brechen, nur eine Pinselspitze Russischgrün hinzugeben und fertig ist unsere Ausgangsfarbe. Hiervon sparen wir uns eine kleine Menge für die späteren Schattenpartien auf. Die andere Hälfte wird mir Elfenbein ein wenig aufgehellt und dient als Basisfarbe für alle Hautpartien. Danach hellen wir die höherliegenden Bereiche immer mehr, und nach persönlichem Geschmack mit Elfenbein auf. Zum Schluss werden noch kleine Schattenpartien mit der aufgehobenen Basisfarbe im Bereich der Finger und des Mundes gezogen. Wer möchtee kann auch noch die Augenlieder etwas mit der Grundfarbe unterstreichen.

- Augen und Mund:
Das Weiße in den Augen wurde mit Pastellweiß matt 02 von Kreul gemalt. Pupille und Augenbrauen wurden einfach mit schwarzer Farbe gemalt.
Für den Mund habe ich wieder unsere Basis-Hautfarbe genommen und diese mit etwas Rot abgetönt, aber bitte nicht zuviel. Soll ja nicht wie Schneewittchen aussehen unser Wikinger. Die Farbe ruhig etwas lasierend, also stärker verdünnt, auftragen. Zum Schluß kann man noch eine kleines Licht auf der Unterlippe setzten, indem man der Lippenfarbe einen kleinen Schuss Weiß zufügt
- Haare:
Die Harrfarbe besteht aus einer Basis aus Beige Brown 135 und Schwarz von Vallejo. Danach wurden die höheren Bereiche mit reinem Beige Brown 135, welches nur leicht mit schwarz gebrochen wurde, gemalt. Dieses Beige Brown Mischung würde dann mit Tan Yellow 122 von Vallejo unterschiedlich stark aufgehellt. Zum Schluss wurde in einigen Bereichen Lichter aus reinem Tan Yellow gesetzt.
- Sockel:
Die Sockelbemalung entstand unter Verwendung von nur vier Farben: Leather Brown 147, Tan Yellow 122, Stone Grey 104 und Military Green 975, alle Farben von Vallejo. Als erstes wurde der Sockel mit Leather Brown vollständig grundiert. Danach erfuhren die Sandboden-Bereiche eine immer heller werdende Trockenbemalung mit einer Mischung aus Leather Brown und Tan Yellow. Danach wurden die Grasbereiche mit Military Green bemalt. Diese erfuhren dann ebenfalls eine Trockenbemalung mit einer immer heller ansteigenden Mischung aus Military Green und Tan Yellow. Zum Schluss wurden die kleinen Steinchen auf der Grundplatte mit einer Mischung aus Leather Brown und Stone Grey bemalt. Als alles getrocknet war, wurde nochmals das Ganze leicht, die Betonung liegt auf leicht, mit reinem Tan Yellow „gebürstet“, so dass nur auf den obersten Kanten Lichter gesetzt wurden. Fertig war der Sockel.
- Hose:
Die Hose ist eines der einfachsten Teile bei der Bemalung gewesen. Basisfarbe war eine Mischung aus Schwarz und Antikblau 25 von Kreul. Diese Basismischung wurde zweimal aufgetragen, bis sie völlig deckend war. Danach wurde die Basisfarbe in drei Schritten unterschiedlich stark mit Beige 52 von Kreul aufgehellt und entsprechend „trockengemalt“. Danach habe ich noch einzelne Korrekturen mit einem dünnen Pinsel im Bereich der Lichter vorgenommen.
Kleiner Tipp: Zum „trockenmalen“ solcher Flächen verwende ich meistens Flachpinsel der Größe 6.
- Wams:
Auch hier wurde in gleicher Weise verfahren, wie oben bei der Hose beschrieben. Basisfarbe ist hier eine Mischung aus Stone Grey 104 von Vallejo, abgetönt mit etwas Leather Brown 147 von Vallejo. Die Basisfarbe wurde dann schrittweise bis zum gewünschten Ergebnis mit Elfenbein 57 von Kreul aufgehellt.
- Lederteile:
Die Bemalung der Lederteile erfolgte ebenfalls in einfachen Schritten mit einer Basismischung aus 50% Vallejo Cavalry Brown 137 und 50% Schwarz. Nach Aufbringen dieser Grundfarbe erfolgte eine schrittweise Aufhellung der Grundfarbe mit Cavalry Brown, bis hin zur Verwendung der reinen Farbe an den höchsten Bereichen. Danach erfolgte ein „altern“ der Lederteile durch die Andeutung von leichten Gebrauchsspuren mit Orange Brown 131 von Vallejo, welches mit etwas Cavalry Red abgetönt wurde. Danach wurde noch die Gürtelschließe mit Schwarz ausgemalt und mit etwas Goldfarbe entsprechend vervollständigt.
- Schild:
Das Innenleben des Schildes wurde mit nur vier Farben gemalt. Basis war in diesem Fall Flat Brown 140 von Vallejo. Diese Basis erfuhr ein „washing“ (Lasur mit stark verdünnter Farbe) aus einer recht dunklen Mischung von Flat Brown und Schwarz. Nachdem das Ganze getrocknet war, wurde mit Flat Brown, welches unterschiedlich stark mit Orange Brown 131 ebenfalls von Vallejo aufgehellt wurde, „trockengemalt“. Zum Schluss wurden die tiefsten Stellen mit Schwarz nachgezogen und eine leichte Maserung mit dünnen Strichen aus stark verdünntem Tan Yellow 122 von Vallejo angedeutet.
Die Außenseite des Schildes wurde in gleicher Weise mit einer roten Farbgebung versehen.

Da es sich um einen einfachen Wikingerkrieger handelt, sind Schild und Kleidung ohne unnötigen Zierrat gemalt.


Wie ich finde, ein Umbau der zeigt, dass man mit relativ kleinem Aufwand auch aus einer Elastolinfigur eine Miniatur schaffen kann, die durchaus historisch korrekte Züge hat.
Die gesamte Bemalung der Figur erfolgte in einfachen Schritten nur durch das schichtweise Auflegen von helleren Farbschichten und Trockenmalen. Auf aufwändige Bemalungsverfahren wie „washings“ und das malen von sanften Farbübergängen (Nass in Nass gemalt) habe ich bewusst verzichtet. Ich denke, auch mit einfachen Methoden ist eine effektvolle Bemalung einer Figur möglich.
Bemalungsdauer, bei aller Ruhe, ca. 4 Stunden. Hilfsmittel, außer Farben und Pinseln, waren mehrere gute Tassen Kaffee, Schokolade und ein gutes Hörbuch (Hagen von Tronje, von Wolfgang Hohlbein)
Verfasst von Zinndoctor


